12. April 2016

Zeit für Blumenkinder

Der gärtnernde Mensch freut sich Mitte April darüber, dass bei den steigenden Temperaturen alle Tätigkeiten mit größtem Genuss und ohne Frösteln ausgeführt werden können. Während des Buddelns und Schnippelns schaut er immer wieder erschöpft aber glücklich auf und stellt fest, dass die Knospen an Blumen und Büschen hinter seinem Rücken aufzugehen scheinen wie Popcorn. So wird der Garten, welchen er an einem Tag zum Gärtnern betreten hat, nicht mehr derselbe sein, den er nach dem Gärtnern verlässt. Das milde Frühlingsklima bedeutet aber auch: Letzter Aufruf für die Aussaat von einjährigen Blumen! Die Einjährigen durchlaufen alle Lebensphasen in nur einer Saison. […]
2. März 2016

„Ostern!“ trompeten Narzissen

Eine richtige Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus) muss eine ordentliche Trompete haben und gelb sein. Veränderungen bei diesen Merkmalen führen unweigerlich zur Aberkennung des Osterglocken-Status. Aus der Osterglocke wird dann einfach eine Narzisse, genauer gesagt eine Trompetennarzisse. Mit ihrer Trompete kündigt die Osterglocke zeitlich erst den Frühling an und dann das schöne Hasenfest. Der Anblick einer osterglockengelben Wiese sei wahrlich ein „goldenes Frühlingsversprechen“, hat der Gärtner Noel Kingsbury einmal geschwärmt. Wer Freude daran hat, gebe nun einmal in eine Suchmaschine des Computers die Stichworte „Garten“ kombiniert mit „unbeliebt“ ein. Kurz darauf eröffnet sich ein ganzes Leporello an als scheußlich empfundenen Gartenzuständen: Allen […]
28. Februar 2016
Iris Germanica aus dem Gottdorfer Codex

Drei Burgfräulein namens Iris germanica

Carl von Linné verlieh den drei blühenden Grazien seinerzeit ihre noch heute gültigen Doppelnamen: Iris germanica. Porträtiert wurden diese drei Iris von Hans-Simon Holtzbecker schon ein Jahrhundert bevor sie den neuen Namen erhielten. Zu jener Zeit wurden sie manchmal noch Violwurtz oder Schwertlilie (lat. Gladiolus) genannt. Holtzbecker hatte den Auftrag für die Porträts von Herzog Friedrich III. erhalten. Dieser Herzog ließ ab 1637 einen neuen Garten bei Schloß Gottorf anlegen, das „Neue Werk“, wie der Garten in historischen Quellen genannt wird. Es sollte der erste Terrassengarten nach damals aktueller italienischer Gartenmode in Mitteleuropa werden. Keine Staude schien damals geeigneter, den […]